Was ist PII-Maskierung, und wie macht FlowSentric das eigentlich?
PII-Maskierung verständlich erklärt: Was erkannt wird, wie Platzhalter funktionieren, warum nur Sie die echten Werte sehen und was ein Protokoll speichern darf.

- Maskierung ist keine Schwärzung. Der Wert wird für das Modell durch einen Platzhalter ersetzt und danach wiederhergestellt, nur für Sie.
- Zehn Datentypen werden standardmäßig erkannt, auf Deutsch und Englisch. Adressen und Firmennamen sind aus gutem Grund optional.
- Ein Datenschutz-Protokoll speichert Typen und Anzahl, nie die Werte. Sonst wäre das Protokoll selbst das Leck.
Eine Frage, die wir oft hören: „Ist Maskierung nur ein schickes Wort dafür, die Namen zu löschen?“ Berechtigte Frage. Die kurze Antwort ist nein, und der Unterschied ist der ganze Punkt.
PII steht für „personally identifiable information“, also alles, was auf eine bestimmte Person zeigt: von der offensichtlichen E-Mail-Adresse bis zur Steuernummer, die erst mit einem Namen daneben etwas bedeutet. PII-Maskierung ersetzt diese Werte durch Platzhalter, bevor der Text an ein System geht, das Sie nicht vollständig kontrollieren. Bei uns ist dieses System ein großes Sprachmodell.
Maskieren ist nicht löschen
Schwärzen zerstört Information. Ein schwarzer Balken im PDF ist für immer weg. Maskierung behält eine Zuordnung. FlowSentric macht aus „Anna Weber“ ein [NAME_1], schickt den maskierten Prompt ans Modell, und wenn die Antwort zurückkommt, steht überall dort wieder „Anna Weber“, wo das Modell [NAME_1] geschrieben hat. Das Modell hat den Namen nie gesehen. Sie haben ihn nie verloren.
Diese Zuordnung gehört zur einzelnen Anfrage. Sie liegt für einen Aufruf im Arbeitsspeicher und wird danach verworfen. Für Abläufe, die Werte in einer späteren Anfrage wiederherstellen müssen, etwa ein Workflow-Schritt, halten wir eine verschlüsselte Zuordnung höchstens 24 Stunden in einem kurzlebigen Speicher. Dann ist auch die weg.
Was erkannt wird
Standardmäßig sucht Privacy Guard nach zehn Datentypen:
| Typ | Beispiele | Standard |
|---|---|---|
| Namen | Anna Weber, Herr Müller | an |
| E-Mails | anna@example.de | an |
| Telefonnummern | +49 40 123456 | an |
| IBAN / Bankkonten | DE89 3704 0044 0532 0130 00 | an |
| Kreditkartennummern | 4111 1111 1111 1111 | an |
| Deutsche Steuer-IDs | USt-IdNr DE123456789, Steuernummer 21/815/08150 | an |
| IP-Adressen | 192.0.2.10 | an |
| Sozialversicherungsnummern | US-SSN-Formate | an |
| Adressen | Reclamstr. 2, 22111 Hamburg | optional |
| Firmennamen | Nordwind AG | optional |
Adressen und Firmennamen sind optional, und dafür gibt es einen praktischen Grund. Überall eingeschaltet, machen sie gewöhnliche Prompts kaputt: Aus „Was ist die Hauptstadt von Frankreich?“ wird „Was ist die Hauptstadt von [ADDRESS_1]?“ Wir haben es ausprobiert. Sie schalten sie pro Arbeitsbereich ein, wenn die Arbeit es wirklich braucht.
Mehrere Stufen, zwei Sprachen
Keine einzelne Technik erwischt alles, also stapeln wir ein paar:
- Musterregeln sind präzise bei strukturierten Werten: IBAN-Prüfsummen, Kartennummern-Muster, die deutschen Steuer-ID-Formate. Sie laufen immer, als Sicherheitsnetz.
- Branchenübliche Erkenner decken E-Mails, Telefonnummern, Karten, Sozialversicherungsnummern, IP-Adressen, IBANs, Personen und Orte ab.
- Sprachbewusste Namenserkennung findet Namen und Organisationen im Fließtext. Sie versteht Deutsch und Englisch und wählt die Sprache pro Nachricht, sodass ein deutscher Brief als deutsch behandelt wird. Das für Deutsch sauber hinzubekommen hat länger gedauert als gedacht; großgeschriebene Substantive und lange Komposita verwirren viele Werkzeuge, die mit Englisch groß geworden sind.
Optional gibt es eine vierte Stufe, in der ein kleines lokales Sprachmodell aufsammelt, was die anderen übersehen. Es läuft auf unserer eigenen Infrastruktur, nie über eine fremde API. Sonst wäre die ganze Übung ziemlich sinnlos.
Wo maskiert wird
Überall, wo ein Modell aufgerufen wird. Im Chat maskiert Privacy Guard die neue Nachricht und den Verlauf. In Agenten maskiert er den System-Prompt, den aus der Wissensdatenbank geholten Kontext, die Nutzereingabe und jedes Tool-Ergebnis, bevor das Modell irgendetwas davon sieht. Widgets auf Ihrer Website laufen standardmäßig im Maskierungsmodus. Agenten haben Privacy Guard standardmäßig an; im Chat schalten Sie ihn um, und Organisations-Admins können ihn für eingeschränkte Konten fest einschalten.
Was ein Datenschutz-Protokoll speichern sollte
Ein Protokoll, das die maskierten Werte speichert, wäre selbst ein PII-Speicher, was ziemlich absurd wäre. Unser Datenschutz-Protokoll speichert den Datentyp, die Aktion und die Anzahl pro Nachricht, dazu die Quelle (Chat, Agent, Workflow, Widget, Session). Das reicht, um einem Prüfer zu zeigen, dass maskiert wurde, und es reicht nicht, um irgendetwas preiszugeben, wenn jemand das Protokoll exportiert.
Grenzen, die Sie kennen sollten
- Maskierung arbeitet mit Kennungen, nicht mit Kontext. Eine einzigartige Geschichte kann eine Person identifizieren, ohne eine einzige Kennung zu enthalten.
- Datumsangaben werden heute nicht als eigener Typ erkannt.
- Die Erkennungsqualität bei ungewöhnlichen Formaten schwankt. Testen Sie mit Ihren eigenen Dokumenten im PII-Tester in den Einstellungen, bevor Sie sich darauf verlassen.
Wie Maskierung mit unseren übrigen Kontrollen zusammenspielt, steht auf der Sicherheitsseite. Oder Sie sparen sich das Lesen und probieren es im Free-Plan aus.
